Freitag, 31. Oktober 2008

Polizei in Japan...

Tja meine Lieben, da hab ich mal meine ersten Erfahrungen mit Recht und Gesetz in Japan gemacht...
Ich bin gestern Abend ganz regulär heimgefahren (also um kurz vor 12) und wurde in der Einfahrt zu meinem Hotel von 2 sehr freundlichen Polizisten angehalten, die die Nummer meines Fahrrads checken wollten. Dazu muss man wissen, dass jedes Fahrrad in Japan registriert ist (JEDES!!).
Die beiden sprachen natürlich kaum ein wort Englisch und mein Japanisch hat grad mal ausgereicht ihnen zu sagen wer ich bin, wo ich wohne und was ich hier mache. Und das ich das Fahrrad eben von einem Kollegen hab.
Bloß leider hat die Nummer vom Fahrrad nicht mit dem Namen vom Kollegen übereingestimmt...wohl weil der das auch mal von irgendwem geschenkt bekommen hat. So haben wir also ca 30 min damit verbracht, dass die versucht haben aus mir schlau zu werden und ich immer brav gelächelt habe und Sumimasen (entschuldigung) und wakarimasen (ich verstehe sie nicht) gesagt habe. Bis ich sie dann irgendwann überzeugen konnte mit mir zu Jica (meinem Hotel) zu gehen und da haben die Leute das dann innerhalb von 15 weiteren Minuten geklärt, so dass die lieben Polizisten jetzt meinen Kollegen anrufen werden und ihn fragen, woher er das Fahrrad hat.
So, nun einige Überlegungen: Erstens: Ich wohne in einem Hotel, das selbst nach japanischen standards teuer ist. Ich fahre mit einem alten, ziemlich abgenutzten und ziemlich kaputten fahrrad...was denkt man sich als polizist, wenn man so jemand anhält im Verdacht, er könnte das fahrrad gestohlen haben??? Ich habe normalerweise immer ne notreserve Yen in der Tasche, so ca. 30000, das reicht für 2 neue Fahrräder...
2. Die kontrollieren wirklich die Nummer an einem ewig alten Fahrrad...die Nummer konnte man kaum mehr lesen...und erwarten dann, dass es immer noch auf die Person geschrieben ist, die das Fahrrad gekauft hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das keinem Japaner passiert wäre. Da hatte jemand ganz eindeutig nix zu tun.
Ich hätt eigentlich nen offiziellen Übersetzer anfordern sollen (das müssen die dann machen), dann hätt ich aber sicher die ganze Nacht lang spaß gehabt. So waren es 45 min Erfahrung mit der lieben Polizei.
Und irgendwie fühlt es sich schon komisch an, wenn einen einer Verhört, dessen Sprache man nicht versteht und der dir aber unmissverständlich zu verstehen gibt, dass irgendetwas nicht stimmt. Man kommt dann doch etwas in grübeln...auch wenn der Spaßfaktor in meinem Falle immer noch im Vordergrund stand, schließlich war ich mir keiner Schuld bewusst.

Naja, kleine Episode am Rande, ich wünsch euch was,

der Flo

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